Warum läuft es beim SC Verl so gut?

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Alter schützt vor Toren nicht. 34 Jahre alt ist Mittelstürmer Zlatko Janjic und hat in seiner Karriere schon den einen oder anderen Verein gesehen. Im August letzten Jahres kam er zum SC Verl und machte das, was er am besten kann: Toreschießen. 15 waren es in 21 Spielen in der Regionalliga. Dass er es auch eine Liga höher kann, hatte der Angreifer zuvor schon bei einigen Teams unter Beweis gestellt. Und auch beim SC Verl lässt er nicht nach, hat neunmal getroffen in 15 Spielen, war an 48 Prozent aller Verler Treffer beteiligt. Der Lohn: Er überflügelte in der Rangliste der ewigen Drittliga-Torjäger Marcel Ziemer, steht nun mit 76 Toren aus 198 Spielen auf Platz zwei der Bestenliste. Vor ihm rangiert nur noch Anton Fink mit 136 Toren aus 324 Partien. In der aktuellen Torjägerliste ist er auf Platz drei zu finden, hinter dem Münchener Duo Sascha Mölders (1860) mit zwölf und Petar Sliskovic (Türkgücü) mit elf Treffern.

Sein Klub belegt zwar nicht den zweiten Platz, doch bei zwei Spielen Rückstand steht Platz sieben zu Buche, nur drei Zähler hinter Rang drei. Ganz nach oben zu schielen, wäre für einen Aufsteiger sicherlich vermessen, auch wenn es in der Historie solche Beispiele durchaus schon gab. So marschierten RB Leipzig (2013/14), die Würzburger Kickers (2015/16) und Jahn Regensburg (2016/17) von der Regionalliga in die 2. Bundesliga durch. Wohin die Reise jedoch geht, ist unklar. Bis zum ersten Abstiegsplatz sind es auch nur acht Zähler und die Mannschaft von Trainer Guerino Capretti verabschiedete sich mit zwei Niederlagen gegen Dresden (1:4) und Türkgücü München (0:1) in die Mini-Winterpause. Seit drei Spielen wartet der SC Verl auf einen Sieg, zum ersten Mal in dieser Saison.

Die Verler gingen zwar nur sechsmal mit 1:0 in Führung, während sie in acht Spielen das 0:1 hinnehmen mussten, aber im Schnitt fiel das erste SCV-Tor in der 14. Minute. Kein anderer Drittligist hat einen besseren Durchschnittswert. Der Treffer war zudem richtungsweisend, denn alle sechs derartigen Spiele wurden am Ende auch gewonnen. Das schaffte ansonsten nur noch Hansa Rostock. In drei von acht Partien konnte Verl nach 0:1 immerhin noch punkten, dabei sogar einmal siegen (2:1 in Uerdingen).

Wenn der Aufsteiger verlor, dann meist nur knapp. Vier der fünf Niederlagen fielen nur mit einem Tor Unterschied aus, drei davon in der Benteler Arena. Siege mit einem Treffer Differenz gab es nur in der Fremde (3). Immer in den ersten 15 Minuten einer jeden Halbzeit sind die Verler Angreifer besonders effektiv, schossen vier (5:1) und drei (6:3) Tore mehr als der Gegner. Dabei kassierte kein anderer Drittligist in der Anfangsviertelstunde weniger Gegentore. Nur daheim trafen die Capretti-Schützlinge in letzten 15 Minuten noch nie (0:2), auswärts dagegen so oft wie kein anderer (4:2).