Turnier mit lebhafter Geschichte

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Turnier mit lebhafter Geschichte

Eigentlich hätte am Dienstag um 18 Uhr in der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf das 1593. Spiel der Volksbank-Fußball-HKM angepfiffen werden sollen. Eigentlich. In diesen Zeiten ist aber nichts normal. Die Pandemie brachte auch die HKM zur Strecke. Es ist allerdings nur ein unfreiwilliger Boxenstopp. Die Verantwortlichen des TuS Freckenhorst planen bereits die nächste Ausgabe. Es wäre die 33.

Genau vor 33 Jahren saß der Fußball-Vorstand des TuS Freckenhorst bei Dieter Nienberg auf der Terrasse und diskutierte die Idee eines Hallenfußballturniers für den Altkreis Warendorf. Neidisch blickte man seinerzeit auf den 1. FC Gievenbeck, der mit der Hallenstadtmeisterschaft ein Markenprodukt geschaffen hatte. Eine ähnliche Idee verfolgte auch der TuS Freckenhorst.

Die anfänglichen Widerstände im Verein waren schnell verflogen. Damals konnte sich niemand vorstellen, dass dieses Turnier 32 Jahre bestehen würde, es erst einer Pandemie bedurfte, um nicht stattfinden zu können.

Bereits die erste Veranstaltung, die Ende Januar 1989 über die Bühne ging – damals noch an drei Tagen – war ein voller Erfolg. Ein Jahr später wurde das Turnier auf vier Tage ausgedehnt und in die erste Januarwoche gelegt. Das Besucherinteresse stieg von Jahr zu Jahr. „Die Zuschauer standen in der Von-Ketteler-Halle teilweise in Fünferreihen hinter den Sitzplätzen. Wenn man nicht groß genug war, konnte man nicht viel sehen“, erinnert sich Dieter Nienberg einer der Hauptorganisatoren des Turniers.

Im Jahre 2008 begann dann eine neue Ära. Die HKM zog um, neuer Spielort war fortan die geräumige Halle A der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf. Bessere Rahmenbedingungen für Spieler und Zuschauer gibt es kaum. Auch für die Besucher war der Umzug ein riesiger Vorteil. Freie Sicht auf die Spielfläche, dazu zahlreiche Sitzplätze.

Im Laufe der Jahre verlor das Turnier nie an Attraktivität. Die Teilnehmerzahlen waren immer konstant hoch. Nie waren es weniger als 17, achtmal sogar 20. Es ist der Reiz, sich vor großer Kulisse präsentieren zu können. Das Format des Turniers gestattet den Underdogs, sich mit den Großen des Kreises messen zu können und dabei keineswegs chancenlos zu sein. Die DJK Milte bewies es in den letzten Jahren, die als B-Ligist den Sprung in die Endrunde schaffte, das Publikum zum Kochen brachte.

Auf das alles müssen die heimischen Fußballer und Zuschauer in diesem Jahr verzichten. Doch in zwölf Monaten soll um den 33. HKM-Titel gekämpft werden. Zuvor muss aber erst der andere Kampf gegen das (blöde) Virus gewonnen werden. Das hoffen nicht nur die Fußballer.

HKM im Zeitraffer

1989: Die Geburtsstunde der HKM Das Interesse ist gleich zu Beginn riesig. 18 Teams kämpfen Ende Januar an drei Tagen um den Sieg. Den holt die SG Telgte mit dem Ex-TuS-Coach Tom Vetter.

1991: GW Harsewinkel überrascht zum dritten Mal in Folge. Mittlerweile in der A-Liga angekommen, ziehen die Grün-Weißen zum dritten Mal ins Finale ein.

1994-1995: Ems Einen überrascht und übersteht 1994 die Vorrunde. Die Tore von Ibrahimovic waren die Grundlage. Ein Jahr später tritt der Angreifer für die WSU an, holt sich mit 15 Treffern die Torjägerkanone. Trotzdem reicht es für die WSU nur zu Platz drei.

1998: Jürgen Saathoff wird zum dritten Mal in der Turniergeschichte zum besten Torhüter gewählt. Mit ihm zieht GW Albersloh zum vierten Mal in die Finalrunde ein.

2000: Siegpremiere für die SG Sendenhorst, die mit 49 Toren einen noch gültigen Rekord aufstellt. Großen Anteil daran hat Michael Engberding mit 16 Treffern. Auch dieser Rekord hat heute noch Bestand.

2004: Trainer Richard Walz holt 2004 den ersten HKM-Titel für den TuS Freckenhorst, dem in den Folgejahren noch drei weitere folgen.

2008: Die Von-Galen-Halle ist zu eng geworden, der Umzug die logische Folge. Neue Heimstätte ist nun die Bundeswehr-Sportschule. Mehr Zuschauer können nun komfortabler die Spiele verfolgen.

2011: Der schneereiche Winter macht dem TuS Freckenhorst zu schaffen. Zu groß ist die Schneelast auf dem Dach, so dass die HKM um drei Wochen verschoben und um einen Tag verkürzt werden muss.

2014: Der Füchtorfer Nelson Pereira ist der überragende Spieler des Turniers, wird bester Spieler und Rookie. Das gab es noch nie. Er führt seinen Klub auf Platz drei.

2016 – 2019: Geglückte Revanche: Sendenhorst bezwingt 2016 im Finale den TuS Freckenhorst, der ein Jahr zuvor die Nase vorn hatte. Die SG wird mit sechs Titelgewinnen damit zum Rekordsieger. 2017 zieht Freckenhorst wieder gleich. Die SG wird 2019 wieder zum alleinigen Rekordhalter.