HKM: Starke Torhüter sind der Grundstein zum Erfolg

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HKM: Starke Torhüter sind der Grundstein zum Erfolg

Seit 1992 wird der beste Torhüter des Turniers ausgezeichnet

Als 1989 die Volksbank-Fußball-HKM aus der Taufe gehoben wurde, hatte niemand beim TuS Freckenhorst nur im entferntesten daran gedacht, dass sich das Turnier zu solch einem Renner entwickelt. Schon bei der vierten Austragung wurden die Leistungen der Torhüter besonders belohnt. Ein Gremium zeichnete 1992 erstmals den besten Torhüter des Turniers aus. Damals fiel die Wahl nicht schwer. Die Warendorfer SU war unter Trainer Ludwig Grove dominant, spielt damals in der Landesliga und gewann bei der zweiten Teilnahme auch zum zweiten Mal das Turnier. Großen Anteil daran hatte WSU-Keeper Markus Buchwald, der erstmals mit einem schmucken Pokal ausgezeichnet wurde.
Gerade in der Halle kommt dem Torhüter eine Schlüsselrolle zu, wobei wohl keine andere Position derart häufig von Regeländerungen betroffen war. Abwürfe nicht über die Mitellinie werfen, selbst nur in der eigenen Hälfte spielen dürfen oder nur im eigenen Strafraum sich aufzuhalten, sind nur ein kleiner Auszug der Verhaltensregeln eines Torhüters im Hallenfußball. Ständig wurden die Regeln geändert, aber die Torhüter hatten nie Probleme, sich schnell auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Auf der Linie war das Geschäft schließlich dasselbe wie draußen auf dem Feld. Der Ball muss abgewehrt werden, ein Tor unter allen Umständen verhindert werden. Trotz der kleineren Tore fallen im Schnitt mehr Treffer in der Halle als auf dem Feld. Das ist allerdings nicht die Schuld mangelnder Fähigkeiten der Torhüter. Vielmehr ist die Enge des Feldes der ausschlaggebende Grund. Die Stürmer sind viel näher am Tor postiert, kommen hier viel leichter zu Abschlusssituationen. Die Abwehrchancen der Hallenkeeper sind deutlich geringer als die des Torhüters auf dem Feld.
Dennoch blieben in 31 Jahren HKM einige Torsteher in besonderer Erinnerung. Seit 28 Jahren wird der beste Keeper des Turniers ausgezeichnet, 20 verschiedene Akteure konnten sich die Auszeichnung holen. Spitzenreiter ist die SG Sendenhorst, die fünfmal

» Wir haben mit Daniel Frank einen exzellenten Keeper zwischen den Pfosten. «
Volker Hoffmann

den besten Torhüter stellte, allein viermal wurde Rene Bisplinghoff auserkoren. Er präsentierte sich immer als mitspielender Torhüter und hatte auch auf der Linie grandiose Fähigkeiten.
In den letzten zwei Jahren sorgte mit Daniel Frank ein Keeper des B-Ligisten DJK Milte für Aufsehen. Dabei hat er eine ganz besondere Verbindung zur Sportschule der Bundeswehr, da er dort stationiert ist. Als er in Warendorf seinen Dienst antrat, wurde DJK-Coach Volker Hoffmann gleich hellhörig und konnte ihn für sein Team gewinnen. Die Premiere für Milte feierte er bei der Hallenkreismeisterschaft 2018. Schon vor dem Turnier schwärmte Volker Hoffmann: “Wir haben mit Frank einen exzellenten Keeper, das kann uns einen Schub geben.” Noch lächelte die Konkurrenz, doch der grandiose Turnierverlauf sollte ihm recht geben. Die DJK spielte sich bis ins Finale vor. Den Grundstein für den Erfolg legte Torhüter Daniel Frank: “Wir haben uns damals in einen Rausch gespielt. Das ganze Dorf stand hinter uns. Das war einfach Wahnsinn.”
Daniel Frank verfügt über große Hallenerfahrung. Vom FC Talge, einem Team aus dem Osnabrücker Land, kam er zur DJK Milte. Er tingelte zuvor schon drei Jahre lang mit einer Hobbytruppe durch ganz Deutschland, spielte etliche Hallenturniere. Die Freude am Hallenfußball entwickelte der 28-Jährige schon in seiner Jugendzeit. Die hat sich bis heute gehalten, denn auch im Vorjahr wurde er zum besten Torhüter gewählt. Dabei riss er mit seinen Paraden die Zuschauer immer wieder von Sitzen. Schier unmögliche Bälle konnte er immer noch abwehren. Im Vorjahr bekam das insbesondere der SV Drensteinfurt in der Endrunde

» Nach dem zweiten Platz vor zwei Jahren haben uns die Teams nicht mehr unterschätzt. Das macht die Sache schwieriger «
Daniel Frank

zu spüren. Beim 4:0-Erfolg der Milter gegen den klar überlegenen Bezirksligisten hielt der Teufelskerl etliche Unhaltbare und brachte die Halle zum Kochen. Ganz zu schweigen davon, dass er auch als Torschütze glänzte. Die Milteraner verpassten zwar das Halbfinale, waren aber dennoch stolz über das Erreichte. “Wir konnten mit der Leistung hochzufrieden sein, waren ja auch wieder einziger B-Ligist am Finalsonntag. Nach dem zweiten Platz vor zwei Jahren haben uns die Teams nicht mehr unterschätzt. Das macht es natürlich etwas schwieriger”, erklärt Daniel Frank.
Er kann auch in diesem Jahr Geschichte schreiben. Sollte er wieder zum besten Torhüter gewählt werden, hätte er den Rekord von Rene Bisplinghoff eingestellt, der als bisher einziger Torwart von 2008 bis 2010 einen Hattrick hinlegte. “Das kann man nicht planen. Wir müssen schauen, wie sich das Turnier in diesem Jahr entwickelt. Freuen würde ich mich natürlich riesig, wenn das zum dritten Mal hintereinander klappen sollte”, erklärt der Schlussmann der DJK Milte. Rückkehrer Tobis Ketteler kann dabei sicherlich helfen. Schon 2007 führte er die Milter auf den dritten Platz und heimste für seine Leistung die Auszeichnung des besten Feldspielers ein.