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Die Unsicherheit ist groß, auch im Fußball-Bereich. Nicht nur die DFL ringt um die Beendigung der Saison, auch im Amateurbereich würden gerade die Spitzenteams nur allzu gern die Saison zu Ende spielen, winkt doch ein Aufstieg in die nächst höhere Klasse.

Wie es aber weitergeht, ist völlig offen. In der Satzung des FLVW ist ein Saisonabbruch gar nicht vorgesehen. Folglich besteht nun Ratlosigkeit, wie verfahren werden kann, wenn die Saison wegen der Pandemie wirklich nicht beendet werden kann. Eigentlich muss eine Spielzeit aus Hin- und Rückrunde bestehen, was zumindest das Modell, nur die Hinrunde zählen zu lassen, ganz sicher ins Wanken bringt. Der Verband könnte auch den aktuellen Status einfrieren und die entsprechende Tabelle werten in Bezug auf Auf- und Abstieg. Ein solches Szenario könnte jedoch eine Klagewelle nach sich ziehen. Dann blieben noch die Vorschläge der Annullierung der gesamten Saison oder der Verlängerung der Spielrunde, vielleicht sogar bis in den Herbst hinein, um dann die Folgesaison in verkürzter Form durchzuführen. Modelle dafür gäbe es genug. Nach amerikanischem Modell könnten die Ligen in regionale Gruppen – Divisions – aufgeteilt werden, so dass die Anzahl der Spiele reduziert werden. Ein Playoff-System könnte dann für die Meisterschaftsentscheidung sorgen.

Denkmodelle gibt es viele, Denkverbote wird es angesichts der prekären Situation sicherlich nicht geben. Aber alle Vereine werden einen Konsens finden müssen. Eine Lösung, mit der alle Vereine zufrieden sein werden, dürfte indes wohl schwierig sein, auch wenn der Fußball nur ein Randproblem ist, die teilweise existenzbedrohende wirtschaftliche Krise die Bevölkerung weitaus mehr belasten dürfte.

Doch auch die Klubs, gerade in den höheren Ligen, in denen durchaus beachtliche Summen gezahlt werden, bekommen immer mehr ein Problem mit der Refinanzierung. Dass alle Vereine die Krise überstehen werden, ist nicht sehr wahrscheinlich.

Wir haben einen Blick auf alle höherklassigen Ligen im FLVW geworfen, um zu schauen, welche Tabellenführer aktuell in der Luft hängen. In der Oberliga Westfalen sind bekanntlich die ersten beiden Plätze aufstiegsberechtigt. Rot Weiß Ahlen ist derzeit hinter Spitzenreiter SC Wiedenbrück und RSV Meinerzhagen nur auf Rang drei. Würde der aktuelle Stand zählen, bliebe Rot-Weiß weiterhin Oberligist, was die Verantwortlichen aber nicht daran hinderte, vorsorglich doch die Regionalliga-Lizenz zu beantragen.

Fortsetzung, Annullierung oder Abbruch

In der Verbandsliga 1 geht es eng zur Sache. Zwischen Spitzenreiter Vreden und dem Tabellensiebten Delbrück liegen nur drei Zähler. In diesem Fahrwasser schwimmen auch der SC Roland und der TuS Hiltrup. In den vier Landesligen befinden sich die heimischen Klubs nur in der Staffel 4. Die wird allerdings von Westfalia Kinderhaus angeführt. Der TuS Altenberge hätte als 13. knapp die Klasse gehalten, der TuS Wiescherhöfen würde in die Bezirksliga Staffel 7 zurückkehren. Aus dieser würde erstmals in der Vereinsgeschichte der SV Drensteinfurt aufsteigen. Es wäre der zweite Meister aus dem Fußballkreis Münster. Die anderen Führenden in den übrigen elf Bezirksligen sind zum Teil keine Unbekannten. Die Staffel 6 wird von Rot-Weiß Lüdenscheid angeführt, das von 1977 bis 1981 sogar schon in der 2. Bundesliga gespielt hatte, aber 2009 in die Bezirksliga abgestiegen war. Auch der TuS Dornberg aus Bielefeld hatte schon bessere Zeiten gesehen, die allerdings noch gar nicht so lange zurückliegen. Erst 2014 hatte sich der Verein aus der Oberliga verabschiedet, rutschte aber schon 2016 bis in die Bezirksliga ab.

In der Beckumer A-Liga strebt der SV Neubeckum die Rückkehr in die Bezirksliga an, aus der er nach zweijährigem Aufenthalt 2014 abgestiegen war, aber zuvor schon von 1985 bis 2000 angehört hatte. Aktuell beträgt der Vorsprung auf Ennigerloh neun Zähler. Es wäre tragisch, wenn der fast schon sichere Aufstieg verhindert wird. In den A-Liga-Staffeln aus Münster führen Münster 08 II und Bösensell ihre Gruppen an. Der Ex-Bezirksligist Gievenbeck III steht ebenso vor einer Rückkehr in die A-Liga wie die Warendorfer SU II und TuS Hiltrup II. Den Betriebsunfall direkt beseitigen wollte eigentlich der SC Müssingen, der auch in der C-Liga Erster ist, nun inständig hoffen wird, dass die Saison nicht einfach annulliert wird.