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Die beiden Nachbarn aus Wiedenbrück und Ahlen bleiben vereint. Während nach dem Abbruch der letzten Saison Wiedenbrück eh schon Tabellenführer war, spielte den Ahlenern die Mathematik in die Karten. Um 0,05 Zähler besser war der Punkteschnitt der Rot-Weißen gegenüber Neuling Meinerzhagen, was zum Aufstieg berechtigte. Nun spielen sie weiter gemeinsam, nur eben eine Klasse höher, auch wenn der SC Wiedenbrück lange mit sich gerungen hatte, die sofortige Rückkehr in die Regionalliga wahrzunehmen.

Sein Startrecht nicht wahrgenommen hat hingegen der TuS Haltern. Am Montag verkündeten die Verantwortlichen den Rückzug. Die Seestädter wollen zum Bilbao des Amateurfußballs werden, der Kader soll sich hauptsächlich aus eigenen Talenten oder die des Umlands rekrutieren. Regionalliga-Fußball dürfte dafür eine Nummer zu groß sein, zumal der TuS die Hälfte der Heimspiele aus Sicherheitsgründen in einem fremden Stadion austragen muss.

Dennoch wird es eine Rekordsaison mit 21 Mannschaften. 42 Spieltage sind zu absolvieren, zweimal hat jeder Klub frei. So viele Mannschaften gab es in einer Regionalliga-West-Staffel noch nie. Einzig 1963/64 und 2012/13 waren 20 Vereine am Start. Anfang September soll die Mammutsaison starten und Anfang Juni enden. Die Winterpause ist auf drei Wochen zusammengestrichen. Für Wiedenbrück und Ahlen ist die Liga durchaus attraktiv, die gespickt ist mit Traditionsvereinen wie Rot-Weiss Essen, Rot-Weiß Oberhausen, Alemannia Aachen oder Preußen Münster, das nach neun Jahren 3. Liga abstieg. Durch Ab- und Aufstieg hat sich in der Staffel eine kleine Nord-Ost-Fraktion gebildet. Die beiden heimischen Mannschaften aus Ahlen und Wiedenbrück bilden zusammen mit Münster, Lotte, Lippstadt und Rödinghausen die Nord-Ost-Spitze der Liga. Zumindest untereinander halten sich die Fahrtzeiten in Grenzen. Ein nicht ganz unerheblicher Fakt, zumal mit etlichen Wochenspieltagen zu rechnen ist.

Aber auch die anderen beiden Aufsteiger aus der Nieder- und Mittelrheinliga sorgen für Aufsehen. So musste der FC Wegberg-Beeck Ende Februar den Verlust des Mäzens und Vorsitzenden Günter Stroinski verkraften. Dennoch kehrte der Verein aus dem Kreis Heinsberg nach zwei Jahren zurück in die Regionalliga. Der SV Straelen ist der vierte Aufsteiger. Den Sprung zurück in die 4. Liga nach dem einjährigen Regionalliga-Gastspiel machte die ehemalige Fußballnationalspielerin Inka Grings klar. Sie hätte nun zusammen mit Imke Wübbenhorst, die Ismail Atalan in Lotte beerbte, das erste Frauen-Trainer-Duo in der Regionalliga bilden können. Doch Inka Grings wollte nicht, trat Mitte letzten Monats zurück. Sie plant scheinbar den nächsten Schritt auf ihrer Karriereleiter. Als Nachfolger im Gespräch ist Arie van Lent, der in der Saison 2010/11 auf der Ahlener Trainerbank saß.